Nichts – Was im Leben wichtig ist
“Nichts bedeutet irgendwas, deshalb lohnt es sich nicht, irgendwas zu tun.” Es war der erste Tag nach den Sommerferien, als Pierre das sagte und aufstand und zur Tür der Schule hinausging und sich auf den Pflaumenbaum, der neben der Schule stand, setzte. Jeden Morgen rief er seiner 7. Klasse, die dort vorbei kam, seine Predigten hinterher. »Alles ist egal«, schrie er eines Tages. »Denn alles fängt nur an,
um aufzuhören. In demselben Moment, in dem ihr geboren
werdet, fangt ihr an zu sterben. Und so ist es mit allem.«
»Die Erde ist vier Milliarden sechshundert Millionen Jahre alt,
aber ihr werdet höchstens hundert!«, rief er an einem anderen
Tag. »Das Leben ist die Mühe überhaupt nicht wert.«
Und er fuhr fort:
»Das Ganze ist nichts weiter als ein Spiel, das nur darauf hinausläuft,
so zu tun als ob – und eben genau dabei der Beste zu
sein.«
»Wenn es etwas gibt, über das es sich lohnt, sauer zu werden,
gibt es auch etwas, worüber es sich lohnt, sich zu freuen. Wenn
es etwas gibt, über das es sich lohnt, sich zu freuen, gibt es auch
etwas, was etwas bedeutet. Aber das gibt es nicht!« Er hob die
Stimme noch mehr und brüllte: »In wenigen Jahren seid ihr
alle tot und vergessen und nichts, also könnt ihr genauso gut
sofort damit anfangen, euch darin zu üben.«
Ein Pflaumenbaum hat viele Äste.
Viele lange Äste.
Viel zu viele, viel zu lange Äste.
Eines tages war es der Klasse 7 zu viel, sie trafen sich auf dem Fußballfeld, um heraus zu finden, wie sie Pierre Anthony vom Pflaumenbaum herunter bekamen, denn sie hatten es satt. Als erstes viel ihnen nichts besseres ein, als Steine nach ihm zu werfen, das klappte auch: nach einiger Zeit stürzte er vom Baum. Aber am nächsten Tag saß Pierre Anthony mit einem Pflaster auf der Stirn wieder auf dem Pflaumenbaum und rief ihnen seine Predigten hinterher. Also traf sich die Klasse 7 noch ein mal und dies mal entschieden sie, dass sie Pierre zeigen mussten, dass doch etwas Bedeutung hat. Da beginnt die Klasse alles zu sammeln, was Bedeutung hat. Doch was mit alten Fotos beginnt, droht bald zu eskalieren: Gerda muss sich von ihrem Hamster trennen. Auch Lis Adoptionsurkunde, der Sarg des kleinen Emil und eine Jesusstatue landen auf dem Berg der Bedeutung. Als Sofie ihre Unschuld und Johan seinen Zeigefinger opfern mussten, schreiten Eltern und Polizei ein. Nur Pierre bleibt unbeeindruckt. Und die Klasse rächt sich an ihm …
Das Buch war gut, aber schrecklich.
5. Oktober 2010 um 11:54
Ein Buch, das ich in wenigen Stunden gelesen habe, so spannend und schrecklich ist es. Ich werde es auf jeden Fall aber noch einmal lesen, um die Feinheiten besser mitzubekommen.
Für jeden, der sich fragt, warum er lebt, was im Leben wichtig ist und wie man sein Leben gestalten sollte!